Hallo Freunde,
nachdem wir uns im letzten Post mit Warnungen und davor mit der Vorbereitung auf eine Katastrophe angeschaut haben, schauen wir uns einmal an was eigentlich High-Reliability-Organisationen sind. Diese High-Reliability-Organisationen sind Organisationen die sich durch eine äußert geringe Anzahl an Störfällen und Unfällen, in der Durchführung hochrisikoreicher Technologien auszeichnen. Was auf den ersten Blick ein Wunder ist, wenn man sich überlegt welche Technologien im Alltag durch diese Organisationen durchgeführt werden. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel die Flugsicherung. Wenn man sich überlegt wie viele Flugzeuge jeden Tag abheben, ist es ein Wunder das so wenig passiert.
Diese Organisationen haben sich durch die flexible Anpassung der Arbeitsorganisation an die jeweiligen Betriebssituation angepasst und so bewältigen sie das Risikopotential. Diese schwierigen Sicherheitsanforderungen können diese Organisationen nur durch Hochzuverlässigkeit ermöglichen. Dazu muss die Hochzuverlässigkeit im Alltag etabliert werden und zwar in jeder Situation. Wenn man sich anschaut was eine High-Reliability-Organisation ausmacht, dann sind dies folgende fünf Kriterien:
Hauptbeschäftigung mit Fehlern – prepoccupation with failure(POF)
Hier handelt es sich um einen Punkt an dem sich die Organisation mit den eigenen Fehlern beschäftigt. Dabei werden Fehler nicht unter den Tisch gekehrt, sondern offen angesprochen und behandelt. Ziel ist es das Fehler nicht erneut passieren, nicht das sie nicht passieren.
Zurückhaltung bei Vereinfachung – reluctance to simplify(RTS)
Hier geht es darum das man nicht der Versuchung unterliegt, komplexe Vorgänge simpel zu betrachten und so zu Vereinfachen. Das Ziel ist es, dass man Vorgänge so behandelt, wie sie sind und nicht wie man sie gerne hätte. Durch Vereinfachung werden viele Risiken übersehen und kosten im Worst Case Menschenleben.
Sensibilität für betriebliche Abläufe – sensitivity to operations(STO)
Hier geht es darum das man sich bewusst ist was die Organisation eigentlich macht und das man weiß wie diese Prozesse ablaufen. Vor allem Führungskräfte wissen was die Organisation eigentlich macht. Anders als bei vielen anderen Unternehmen, wo sich viele nicht bewusst sind wie was abläuft.
Bekenntnis zur Resilienz – commitment to resilience(CTR)
Hier geht es darum, dass man nicht Maßnahmen ignoriert oder reduziert, die zwar die Resilienz steigern, aber im Alltag als Belastung laufen. Ein klassisches Problem das viele Unternehmen haben, die Vorbereitung auf die Krise kostet. So haben viele Unternehmen zum Beispiel keine Reserven, wenn eine Lieferung nicht kommt. Da Lagerhaltung Geld kostet.
Hochachtung von Expertise – deference to expertise(DTE)
Hier geht es darum, dass man auf Experten hört und dann auch entsprechend ihrer Empfehlungen handelt, nicht das sich ein Manager hinsetzen kann und sagen kann „ich weiß es besser“. Es geht darum das Expertise gewertschätzt wird und entsprechend gearbeitet wird.
Im nächsten Post schauen wir uns einmal an ob in der Gefahrenabwehr alle Organisationen alle Beteiligten HROs sind, oder ob es das Netzwerk an sich ist, dass funktioniert und nicht die einzelnen Organisationen.